...bayerisch ...modern ...alpenländisch

Die Geschichte der Dietl- Brauerei in der Regensburger Straße….

…beginnt 1773: eine gut gehende Brauerei (heute Hotel Gäubodenhof) wurde nach zahlreichen Vorbesitzern und Versteigerungen wegen Überschuldung an Georg Loichinger verkauft. Seitdem war die Brauerei bis 1980 in Familienbesitz und ein erfolgreiches Unternehmen, wie kein anderes in Straubing.

1795 übergibt Georg Loichinger den Betrieb an seinen Sohn Joseph, der 1801 die Mälzerei am Theresienplatz erneuert und 1828 das Sommerkelleranwesen in der Regensburger Straße begründet. Diese waren seit 1806 vermehrt entstanden, nachdem 1799 der „Bierzwang“ abgeschafft wurde. Die Kelleranlagen, ca. 850m2 Lagerfläche sind heute noch erhalten, jedoch verschlossen. Das stattliche Gebäude, zweigeschossig mit langgestrecktem Krüppelwalmdach scheint bereits damals ein ganzjähriges bewirtschaftetes Wirtshaus gewesen zu sein. Nach dem Tod Josephs war seine Frau Katharina Eigentümerin, bis sie die Brauerei 1845 an ihren Sohn Johann Nepomuk Loichinger übergab.

1849/50 wurden ca. 3574 hl Bier produziert und somit der vierte Platz der Straubinger Braustätten erreicht. Durch Johann Nepomuk Loichinger wurde 1864 die Dampfmaschine und die elektrische Stromversorgung in Straubing eingeführt.

1874 wurde das Familienunternehmen seiner Tochter Hedwig Loichinger und deren Bräutigam Jakob Philipp Dietl übergeben. Die Brauerei wuchs weiter, so wurde 1885 das Gasthaus „Zum Geiß“ am Theresienplatz erworben und dort die Flaschenfüllerei untergebracht. Jakob Philipp Dietl errichtete das moderne Brauhaus in der Regensburger Straße, wo 1900 der Braubetrieb aufgenommen wurde. Das Herzstück, das Sudhaus, ist heute noch fast vollständig zu erleben. Etwa 25.000 hl Bier wurden vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in der Dietl- Brauerei gebraut. Eine Zahl, die nie mehr erreicht werden sollte.
1890 wurden die Arbeiten an der Hubertushalle beendet. Damals etwa 13 Meter breit, 20 Meter lang und 8 Meter hoch. Die aufwendig gestaltete südliche Giebelfassade, deren Eingangstüren und Fenster mit liebevoll gearbeiteten, bunt ornamentierten Glasflächen, machen sie einzigartig.

Im Jahr 1908 verstarb J. Ph. Dietl. Seine Witwe führte den Betrieb weiter und 1930 übernahm die Tochter Hedwig Dietl, in deren Besitz die Brauerei bis 1959 blieb, als sie im Alter von 82 Jahren kinderlos verstarb.

Am 5. Februar 1945, bei der Bombardierung Straubings, fiel der westliche Teil des Wirtshauses „Zum Geiß“ in Schutt und Asche und somit war auch die Abfüllung irreparabel beschädigt. Ab diesem Zeitpunkt wurde bis 1949 in der Dietl- Brauerei nur noch Fassbier abgefüllt, was starke Absatzeinbußen darstellte.

Der Besitz ging 1960 in eine Erbgemeinschaft über, die Leitung lag in den Händen von Dipl.-Brauingenieur Ernst Loichinger und Dr. jur. Ludwig Dietl. Ende März 1980 war die Zeit des Familienbetriebs vorbei und wurde nach Erbbraurecht an die Arcobräu, Gräfliches Brauhaus Arco-Zinnenberg in Moos, verpachtet. 1960 betrug der Bierausstoß noch etwa 20.000 hl, 1980 waren es nur noch 15.000 hl. Die Brauerei hatte zu dieser Zeit ca. 12 Beschäftigte. 1986 wurde die Dietl- Bräu GmbH endgültig aufgelöst und der Betrieb eingestellt.

2013 begann man mit der Sicherung, Sanierung und Neunutzung des Sommerkelleranwesens.